Abweichende Laborwerte bei Hunden zwischen dem 3. und 12. Lebensmonat

Im ersten Lebensjahr unterscheiden sich die Referenzbereiche zahlreicher Blutparameter bei Hunden deutlich von denen adulter Tiere. Insbesondere in den ersten Lebenswochen verändern sich die Referenzwerte sehr dynamisch. Aus diesem Grund sind pauschale Welpen-Referenzbereiche häufig nicht ausreichend, um pathologische Veränderungen sicher zu erkennen oder Abweichungen vom Referenzbereich adulter Tiere korrekt als physiologisch einzuordnen.
Die verfügbare wissenschaftliche Literatur zu altersabhängigen Referenzwerten bei Junghunden ist begrenzt. Die meisten publizierten Daten stammen aus Tierversuchen und beziehen sich häufig nur auf wenige Rassen (Beagle) sowie sehr junge Tiere. Für Hunde ab dem 3. Lebensmonat liegen vergleichsweise wenige Referenzdaten vor.
Für den klinisch tätigen Tierarzt ist es jedoch essenziell, diese altersabhängigen Variationen zu kennen – insbesondere, da Laborbefunde in der Routine meist mit den Referenzwerten adulter Tiere verglichen werden. Im Folgenden werden typische Abweichungen in der Hämatologie und klinischen Chemie bei Hunden zwischen dem 3. und 12. Lebensmonat erläutert, die auch unsere Befunde betreffen können.

Hämatologie

Zwischen dem 3. Lebensmonat und dem Alter von etwa 12 Monaten steigen Hämoglobin- und Hämatokritwerte bei Junghunden langsam und kontinuierlich an, erreichen jedoch über mehrere Monate hinweg noch nicht die Referenzbereiche adulter Tiere. In dieser Entwicklungsphase liegen die Werte häufig unter den adulten Referenzwerten, ohne dass ein krankhafter Befund vorliegt.
Ursächlich hierfür ist die noch nicht vollständig entwickelte Leistungsfähigkeit des Knochenmarks bei gleichzeitig raschem Körperwachstum. Zudem nimmt das Blutvolumen zu, wodurch sich die roten Blutkörperchen zunächst in geringerer Konzentration im Blut verteilen. Vereinfacht gesagt passt sich das blutbildende System des Junghundes schrittweise an das Wachstum an – ähnlich wie Muskulatur und Skelett benötigt auch die Hämatopoese Zeit, um den adulten Zustand zu erreichen.
In dieser Phase finden sich aufgrund der gesteigerten Erythropoese häufig eine erhöhte Retikulozytenzahl sowie eine vermehrte Anisozytose(*) und Polychromasie(**). Eine im Vergleich zu adulten Referenzwerten scheinbar milde, regenerative Anämie stellt bei klinisch unauffälligen Welpen daher nicht zwangsläufig einen pathologischen Befund dar.
Die Gesamtleukozytenzahl kann bei Junghunden innerhalb des Referenzbereichs adulter Tiere liegen, jedoch auch erhöht sein, beispielsweise im Rahmen einer Lymphozytose. Als Ursache gilt die Aktivierung des unreifen Immunsystems, das sich in dieser Lebensphase mit einer Vielzahl neuer Antigene auseinandersetzt, etwa im Zusammenhang mit Impfungen. Bei klinisch gesunden Junghunden sind daher erhöhte Leukozyten-, Neutrophilen- oder Lymphozytenzahlen in der Regel nicht als krankhaft zu werten.

Wichtig: Referenzwerte sind stets rasseabhängig und sollten als Orientierungswerte verstanden werden.

* Anisozytose: Unterschiedliche Größen der roten Blutkörperchen.
** Polychromasie: Rote Blutkörperchen zeigen unterschiedliche Färbung, meist ein Zeichen für junge, unreife Erythrozyten.


Klinische Chemie

Die alkalische Phosphatase (AP) ist bei Welpen physiologisch erhöht. Einerseits wird dieses Enzym über die Muttermilch aufgenommen, andererseits bleibt die AP-Aktivität aufgrund des intensiven Knochenwachstums über einen längeren Zeitraum oberhalb des Referenzbereichs adulter Tiere. Während der Wachstumsphase ist die AP daher kein geeigneter Marker für eine Hepatopathie.
Die Gesamtproteinkonzentration liegt bei Junghunden üblicherweise unterhalb des Referenzbereichs adulter Tiere. Die Albuminkonzentration kann leicht erniedrigt sein, da die Syntheseleistung der Leber noch nicht vollständig ausgereift ist. Gleichzeitig ist das Immunsystem noch in Entwicklung, was sich in einem niedrigeren Globulingehalt widerspiegelt.
Vor diesem Hintergrund kann eine Gesamtproteinkonzentration, die zwar im Referenzbereich adulter Tiere liegt, bei Junghunden bereits auf einen pathologischen Prozess, insbesondere eine Entzündung, hinweisen.
Die Phosphatkonzentration steigt in den ersten Lebenswochen kontinuierlich an. Ab etwa dem 6. Lebensmonat beginnt sie langsam zu sinken und erreicht in der Regel um das erste Lebensjahr herum den Referenzbereich adulter Tiere. Diese altersabhängige Veränderung ist ebenfalls auf das Knochenwachstum zurückzuführen. Bei Hunden großer Rassen zeigt sich ein vergleichbarer Verlauf auch für die Kalziumkonzentration.
Die Kreatininkonzentration ist bei Junghunden aufgrund der noch geringen Muskelmasse physiologisch erniedrigt. Werte, die im oberen Referenzbereich adulter Tiere liegen, sollten daher besonders kritisch bewertet werden, da sie bereits auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hinweisen können.

[ Tabelle mit altersabhängigen Referenzwerten und Literatur folgt ]

20.03.2026

Seroreversion nach Kontakt mit Ehrlichia canis
Umfangreiche Datenauswertungen zeigen, dass niedrig-positive Titer im indirekten Immunfluoreszenz-Antikörpertest (IFAT) gegen Ehrlichia canis in Höhe von 1:320 oder 1:640 bei importierten Hunden, die einige Wochen nach der Einreise untersucht wurden, in der Regel lediglich einen vorherigen Kontakt mit dem Erreger widerspiegeln. Diese serologischen Befunde sind nicht zwangsläufig Ausdruck einer klinisch relevanten oder behandlungsbedürftigen Infektion. Diese Einschätzung wird dadurch gestützt, dass betroffene Hunde auch ohne antibiotische Therapie nach 5-7 Monaten wieder seronegativ werden. Die beobachtete Seroreversion spricht dafür, dass es sich in vielen Fällen um eine vorübergehende Exposition oder eine subklinische Infektion handelt, bei der der Erreger vom Immunsystem effektiv eliminiert wird. Vor diesem Hintergrund sollte bei isoliert niedrig-positiven IFAT-Titern – insbesondere bei fehlender klinischer Symptomatik – grundsätzlich keine antibiotische Therapie eingeleitet werden.

Diagnostisches Vorgehen und Interpretation von Befunden
Zur Diagnose der caninen Ehrlichiose stehen verschiedene serologische und molekularbiologische Methoden zur Verfügung. Als serologischer Referenztest gilt der indirekte Immunfluoreszenz-Antikörpertest (IFAT) zum Nachweis von Anti-Ehrlichia-canis-IgG-Antikörpern. In einem Übersichtsartikel zur Diagnostik der caninen monozytotropen Ehrlichiose weisen u.a. Harrus und Waner darauf hin, dass ein positiver Antikörpertiter zwar als verlässlicher Hinweis auf eine Exposition gegenüber dem Erreger zu interpretieren ist, jedoch keinen sicheren Rückschluss auf das Vorliegen einer aktiven Infektion erlaubt (1). Um eine aktive Infektion wahrscheinlicher zu machen, wird die Durchführung von zwei aufeinanderfolgenden IFAT-Untersuchungen im Abstand von sieben bis vierzehn Tagen empfohlen. Ein vierfacher Anstieg des Antikörpertiters gilt dabei als starker Hinweis auf eine aktive Infektion. In solchen Fällen kann eine zusätzliche Bestätigung durch den direkten Erregernachweis mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) erfolgen.
Die Diagnose der caninen Ehrlichiose sollte grundsätzlich nicht allein auf serologischen Testergebnissen basieren, sondern immer im Kontext der klinischen Symptomatik, der Anamnese sowie weiterer laborchemischer Befunde gestellt werden. Zu den unterstützenden Laborparametern zählen insbesondere Veränderungen der Thrombozytenzahlen, da eine Thrombozytopenie ein häufiges hämatologisches Begleitphänomen der Erkrankung darstellt. Zusätzlich kann der molekularbiologische Nachweis von Ehrlichia-DNA mittels PCR eine wichtige diagnostische Ergänzung darstellen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass negative PCR-Ergebnisse nicht zwingend eine Infektion ausschließen, da der Nachweis stark vom untersuchten Probenmaterial und vom Zeitpunkt der Probenentnahme abhängig ist. Darüber hinaus können mögliche Koinfektionen mit anderen durch Zecken übertragenen Pathogenen – beispielsweise Anaplasma phagocytophilum – sowohl klinische Symptome als auch Laborwerte beeinflussen und die diagnostische Einordnung erschweren. Insbesondere bei serologischen Screeningverfahren wie ELISA können solche Koinfektionen zu komplexen Befundkonstellationen führen.

Immunologische Grundlagen der Antikörperbildung
Bereits subklinische Infektionen oder kurzzeitige, transiente Erregerexpositionen mit Ehrlichia canis (höchstwahrscheinlich auch mit Anaplasma phagocytophilum) können eine adaptive Immunantwort auslösen (2). In solchen Situationen repliziert sich der Erreger häufig nur kurzfristig in seinen Zielzellen und wird anschließend rasch durch das Immunsystem eliminiert. Während dieses Prozesses werden dendritische Zellen aktiviert, die mikrobielle Antigene aufnehmen und präsentieren. Dies führt zur Aktivierung von T-Helferzellen, welche wiederum die Differenzierung von B-Lymphozyten zu antikörperproduzierenden Plasmazellen unterstützen. Im Verlauf dieser Immunreaktion werden zunächst Immunglobulin-M-(IgM)-Antikörper gebildet, gefolgt von der Produktion spezifischer IgG-Antikörper. Nach erfolgreicher Elimination des Erregers können diese IgG-Antikörper für eine gewisse Zeit im Organismus persistieren oder im Verlauf wieder abfallen und schließlich unter die serologische Nachweisgrenze sinken.

Entscheidend ist hierbei, dass der Nachweis von IgG-Antikörpern nicht zwangsläufig eine bestehende oder chronische Infektion belegt, sondern in vielen Fällen lediglich eine frühere Exposition gegenüber dem Pathogen widerspiegelt.

Schlussfolgerungen für die klinische Praxis
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass niedrig-positive IFAT-Titer im Bereich von 1:320 bis 1:640 bei importierten Hunden häufig nur einen zurückliegenden Erregerkontakt anzeigen. Ohne klinische Symptomatik oder weitere diagnostische Hinweise auf eine aktive Infektion besteht in diesen Fällen in der Regel keine Indikation für eine antibiotische Therapie! Die diagnostische Bewertung sollte stets auf einer integrativen Betrachtung aus Serologie, molekularbiologischen Nachweismethoden, klinischer Untersuchung, Laborparametern und Anamnese beruhen. Darüber hinaus verdeutlichen immunologische Mechanismen, dass bereits eine kurzzeitige oder subklinische Erregerexposition eine messbare Antikörperantwort hervorrufen kann, ohne dass eine persistierende Infektion vorliegt. Der isolierte Nachweis von IgG-Antikörpern ist daher primär als Marker einer früheren Immunexposition zu interpretieren und sollte nicht automatisch mit einer behandlungsbedürftigen Erkrankung gleichgesetzt werden.

  1. Harrus S, Waner T. Diagnosis of canine monocytotropic ehrlichiosis (Ehrlichia canis): an overview. The Veterinary Journal. 2011;187(3):292–296.
    DOI: 10.1016/j.tvjl.2010.02.001
  2. Murphy K, Weaver C. Janeway’s Immunobiology, 9th edition. Garland Science, 2017.

I. Schäfer, M. Faucher, Y. Nachum-Biala, L. Ferrer, M. Carrasco, A. Kehl, E. Müller, T.J. Naucke, G. Baneth

Parasites & Vectors volume 17, Article number: 506 (2024)

Abstract

Background: In Europe, canine leishmaniasis is commonly caused by Leishmania infantum. Allopurinol is the main drug for long-term management of the disease, and clinical relapses of L. infantum infection treated with this drug are described. Resistance to allopurinol has been demonstrated in-vitro, but there is only little knowledge on in vivo resistance in dogs.

Findings: A two-year-old female spayed Akita Inu that was adopted from a breeding facility near Nice in France was initially diagnosed with primary immune-mediated hemolytic anemia. Immunosuppressive treatment was initiated, and the dog was referred for a second opinion to the Clinique Veterinaire Alliance in France. PCR testing for L. infantum was performed out of EDTA blood and IFA as well as ELISA testing out of serum. Resistance to allopurinol was associated with chromosome and gene copy number (CN) variations including a decrease in the S-adenosylmethionine synthetase (METK) gene CN.Results

Results: The dog showed pale mucous membranes, fever (39.1 °C), and a relapse of the anemia. The diagnosis of leishmaniasis was based on the cytological finding of Leishmania amastigotes (bone marrow, spleen, liver), positive PCR testing, and positive IFAT serology. The dog was treated with allopurinol over a period of 1316 days and additionally received two cycles of Glucantime® (meglumine antimoniate), before samples were submitted to the LABOKLIN laboratory to test for resistance against allopurinol. The laboratory work-up revealed mild thrombocytopenia, mild hyperproteinemia with hyperglobulinemia, a marked elevation of the c-reactive protein, and decreased iron concentration. Serum protein electrophoresis showed a polyclonal peak in the gamma globulins. Serology was positive in both ELISA (21.5 LE) and IFAT (1:1024). Quantitative PCR testing of blood was positive with low numbers of Leishmania (10/ml blood) at the timepoint of suspicion for resistance. The urinary protein-to-creatinine ratio was markedly elevated (2.5) and xanthine crystalluria was detected. A CN level of below 3 is considered suspicious for resistance, as revealed in the described Akita Inu dog.

Conclusions: Relapse of L. infantum infection after applying allopurinol for 1316 days due to resistance was suspected clinically. Positive PCR testing, consistent hematological and biochemistry abnormalities, and reduction in the METK gene CN backed up the clinical suspicion of resistance. Dogs infected with allopurinol resistant strains of L. infantum may represent a great risk for infection of naïve dogs, cats, and humans.

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C.W. Axt, A. Springer, A. Besse, T.J. Naucke, E. Müller, C. Strube, I. Schäfer

Tierarztl Prax Ausg G Grosstiere Nutztiere 2024; 52: 352–360

Zusammenfassung: Die equine granulozytäre Anaplasmose (EGA) ist eine zecken-übertragene Infektionserkrankung und wird durch den Erreger Anaplasma (A.) phagocytophilum ausgelöst. Als Vektoren gelten Zecken des sogenannten Ixodes (I.) ricinus/I. persulcatus-Komplexes in Zentral-, Nord-, West- und Osteuropa, in Deutschland überwiegend der Gemeine Holzbock, I. ricinus. Die Frühjahrs- und Sommermonate, insbesondere April bis Juli, stellen die Hochphase der Aktivität von I. ricinus in Zentraleuropa dar.Aufgrund der Veränderung klimatischer Bedingungen besteht mittlerweile ganzjährig das Risiko einer Zeckenexposition und damit auch einer Infektion mit A. phagocytophilum. Der beschriebene klinische Fall unterstreicht die saisonale Hochphase des Infektionsrisikos mit Vorstellung des Pferdes im Juni. Die klinische Symptomatik ist mit Fieber häufig unspezifisch undeine Thrombozytopenie ist der bedeutendste hämatologische Befund. Zur Diagnosestellung einer Infektion bzw. eines Erregerkontaktes sind direkte und indirekte Nachweisverfahren verfügbar. Eine positive PCR bestätigt wie im dargestellten Falleine akute Infektion, positive Antikörperspiegel sprechen für einen Erregerkontakt in der (jüngeren) Vergangenheit. Einschlusskörperchen, sogenannte Morulae, können schnell undkostengünstig in Ausstrichen aus dem peripheren Blut nachgewiesen werden und finden sich bevorzugt in neutrophilen Granulozyten, seltener in eosinophilen Granulozyten. Die Mikroskopie weist jedoch eine geringere Sensitivität im Vergleichzur PCR-Diagnostik auf. Bei dem beschriebenen Pferd gelangder Nachweis von Morulae im EDTA-Blut trotz positiver PCR nicht. Intrazellulär wirksame Antibiotika wie z. B. Oxytetracyclinund/oder Doxycyclin gelten als Therapie der Wahl und führen wie im beschriebenen Fall meist zu einer schnellen klinischen Besserung an EGA erkrankter Pferde. Eine Therapiekontrollemittels PCR wird 5–8 Tage nach Abschluss der Behandlungempfohlen, um eine Elimination des Erregers zu bestätigen. Ob bzw. wie lange Antikörper gegen A. phagocytophilum möglicherweise protektiv gegenüber einer erneuten Infektion sein könnten, ist bisher unbekannt. In der Humanmedizin wird A. phagocytophilum in der nördlichen Hemisphäre als „emerginghuman pathogen“ mit steigender klinischer Bedeutung eingestuft.

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C.W. Axt, A. Springer, J. von Luckner, T.J. Naucke, E. Müller, C. Strube, I. Schäfer


Tierarztl Prax Ausg G Grosstiere Nutztiere 2025; 53(01): 49-58

Zusammenfassung: Die equine Piroplasmose (EP) wird durch die Erreger Babesia (B.) caballi und Theileria (T.) equi ausgelöst und durch Schildzecken übertragen. Innerhalb Europas sind die Erreger vor allem in den Mittelmeerländern endemisch. Autochthone Infektionen können in Deutschland aufgrund einzelner Fallberichte über Infektionen ohne Auslandsaufenthalt und der geographischen Ausbreitung verschiedener Zeckenarten nicht mehr ausgeschlossen werden. Die beiden vorgestellten Fälle verdeutlichen das Risiko einer Infektion bei Auslandsreisen in endemische Regionen sowie beim Import von Pferden aus endemischen Regionen nach Deutschland. Die klinischen Symptome sind oft unspezifisch, vor allem treten Fieber, Ikterus, Lethargie, Inappetenz, Gewichtsverlust und Leistungsminderung auf. Hämatologisch sind Anämien typisch. Auch Thrombozytopenien sind beschrieben. Die Schweregrade der Zytopenien variieren von gering- bis hochgradig. Zur Diagnosestellung einer Infektion bzw. eines Erregerkontaktes sind direkte (Polymerase-Kettenreaktion, Mikroskopie von Blutausstrichen) und indirekte Nachweisverfahren (Antikörpernachweis) verfügbar. Imidocarb-Dipropionat gilt als Mittel der Wahl zur Therapie der EP. Bei Infektionen mit B. caballi scheint eine Erregerelimination möglich, wohingegen Infektionen mit T. equi trotz Therapie oft in einem lebenslangen Trägerstatus resultieren. Die Prävention beschränkt sich auf die Kontrolle bzw. Vermeidung von Zeckenkontakt. Neben möglichen schwerwiegenden klinischen Auswirkungen hat die EP auch weltweit signifikante wirtschaftliche Folgen auf den Pferdehandel. Nach den Richtlinien der WOAH wird sie als meldepflichtige Erkrankung eingestuft und die Empfehlung ausgesprochen, jedes Pferd bei grenzüberschreitenden Reisen nach den jeweiligen nationalen Bestimmungen serologisch auf die EP zu testen. In Deutschland ist die Erkrankung aktuell weder melde- noch anzeigepflichtig.