Projekte 2016

Für das Jahr 2016 sind wieder einige spannende Projekte geplant.


Wir starten wieder eine große Fangaktion von Sandmücken (Phlebotomus mascittii) vom 01.07. bis 30.08.2016  in Süddeutschland (Baden-Würtemberg) und Rheinland-Pfalz. Dabei werden wir von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover sowie vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg unterstützt.

Jede Unterstützung durch unsere Mitglieder und Interessierten bei der Fangaktion ist willkommen.

Weiterhin erstellen wir eine deutschlandweite Karte mit bekannten Fundorten von Phlebotomus mascittii und versuchen durch ein Geoinformationssystem in Zusammenarbeit mit Dr. Renke Lühken vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg noch unbekannte Brutplätze zu lokalisieren.
Im Labor von Parasitus Ex e.V. in Niederkassel untersuchen wir das Orientierungsverhalten der Sandmücken und versuchen eindeutig anlockend wirkende Stoffe zu identifizieren.
In Zusammenarbeit mit der Tierärztlichen Hochschule in Hannover erstellen wir eine Zelllinie um eine mögliche Vektorfunktion von Phlebotomus mascittii in Bezug auf viral übertragbare Erkrankungen zu klären.

Das aufwändigste und abenteuerlichste Projekt wird eine Fangaktion auf der italienischen Insel Montecristo sein. Die dort vorkommenden Sandmücken (Phlebotomus mascittii) sollen von Juni bis August diesen Jahres in Kooperation mit italienischen Forschern gefangen werden. Die gefangenen Exemplare werden dann im Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg auf eine mögliche Infektion mit Viren und / oder Leishmanien untersucht

Kanaren-Projekt 2010 Parasitus Ex e.V.

Im Juni 2010 startete ein entomologisches Kleinprojekt für Biologen, welches die Aufnahme der Sandmücken und Zeckenpopulationen im Rahmen von zwei Diplomarbeiten auf den Kanarischen Inseln Lanzarote und Fuerteventura betraf.

Zecken- und Sandmückenfang auf den Kanarischen Inseln

Auf den Kanarischen Inseln treten in den letzten Jahren vermehrt parasitäre Erkrankungen bei Hunden auf. In erster Linie sind Anaplasma platys und Rickettsiose zu nennen, Zecken sammeln jedoch auch Ehrlichiose, Leishmaniose, Babesiose und Filariose kommen vor. Um die Erkrankungen eingrenzen zu können sollen die Parasitosen aus zwei Richtungen untersucht werden. Einerseits werden Blutproben von Hunden, die auf den Kanaren leben, auf vorgenannte Erkrankungen untersucht, andererseits werden Feldproben der Vektoren genommen. Zu diesem Zweck befinde ich mich momentan auf Lanzarote, um die Verbreitung und Biodiversität der Zecken und Sandmücken vor Ort zu bestimmen. Zecken suchen Im Fokus der aktuellen Untersuchung stehen die Vektoren Zecken und Sandmücken. Auf Lanzarote und Fuerteventura sind bereits Fälle von Leishmaniose aufgetreten, die möglicherweise autochthon sind, also auf den Kanaren übertragen wurden. Fraglich ist jedoch, ob Sandmücken unter den lokalen Bedingungen lebensfähig sind. Namengebend für Fuerteventura ist der starke Wind, der auch auf Lanzarote nicht schwächer ist. Meist herrschen hier Windgeschwindigkeiten von etwa 35 km/h. Durch die Struktur der beiden Inseln gibt es kaum windgeschützte Stellen. Beide Inseln bestehen aus eher kleinen Vulkanen, die sich in Hügeln in die Landschaft einfügen. Befragungen von Einheimischen ergaben einige Orte, an denen es windstill genug sein könnte, um Sandmücken das Überleben zu ermöglichen, bisher konnten jedoch keine nachgewiesen werden. Außerdem wurde bereits eine Falle nach Gran Canaria weitergeleitet, bisher jedoch ebenfalls ohne Fund. Ich werde natürlich auch noch persönlich nach Gran Canaria fliegen und dort suchen. Im Gespräch
Zecken gibt es auf Lanzarote und Fuerteventura in großen Mengen. Die Fangmethodik muss noch weiter angepasst werden, da für die ursprüngliche Methodik des Flaggens der Wind zu stark ist. Auch andere Techniken, wie das Verströmen von Kohlendioxid, haben nicht funktioniert. Jedoch konnten bereits mehrere hundert Zecken von Hunden abgesammelt werden. Hierfür ist in erster Linie den Tierschutzvereinen von Lanzarote und Fuerteventura zu danken, die mir den Zugang zu ihren Tieren gewährten. Bisher konnten ausschließlich Zecken der Familie Rhipicephalus nachgewiesen werden. Die bereits von Gran Canaria eingegangenen Zecken sind noch nicht bestimmt. Auch hier danke ich dem Tierschutzverein. Fanggebiet
Die gesammelten Zecken wurden alle auf Strauchdornlattich gefangen. Dieser ist auf Lanzarote sehr verbreitet. Einige Bereiche der Vulkaninsel sind durch späte Vulkanausbrüche (innerhalb der letzten 300 Jahre) völlig unbewachsen. Aufgrund des fehlenden Untersuchung Pflanzenvorkommens sind hier auch kaum als Wirt in Frage kommende Tiere zu finden. Deshalb ist der Fang von Zecken hier unwahrscheinlich.
Es bleiben mir nun noch vier Wochen auf Lanzarote. In der Zeit werde ich natürlich weiter sammeln. Außerdem möchte ich für einige Tage nach Gran Canaria fliegen und werde noch einige Male mit der Fähre nach Fuerteventura übersetzen. Gleichzeitig versuche ich auf allen Inseln mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu kommen, die Interesse haben, mir weiterzuhelfen, also einerseits Residenten und Urlauber und andererseits Tierschutzorganisationen, Ärzte und Tierärzte. Fanggebiet

Ich freue mich über alle Informationen bezüglich Zecken- und Sandmückenstandorten auf den Kanaren von Ihnen, denn wer kennt sich besser aus, als Residenten und regelmäßige Besucher der Inseln? Bitte kontaktieren Sie mich.

Fortsetzung --  "Zecken und Sandmücken auf Lanzarote und Fuerteventura"

Bestimmung Inzwischen bin ich seit einer Woche zurück im kalten Deutschland. Die Feldarbeit ist vorerst abgeschlossen. Bisher konnten ich auf beiden Inseln keine Sandmücken finden, die Auswertung einiger Proben steht jedoch noch aus.

Zecken gibt es hingegen auf beiden Inseln in Massen. Im Augenblick ist es recht ruhig, da die Zecken immer dann besonders massiv auftreten, wenn das Wetter feucht war und es anschließend wieder wärmer wird. Fanggebiet Diese Situation ist in Deutschland bekannt. Deshalb treten auch die deutschen Zecken vor allem im Frühjahr und Herbst auf. Auf den Kanaren sind die Jahreszeiten nicht abgegrenzt. Es gibt geringe Klimaschwankungen, aber wie die Kartoffelernte dreimal jährlich stattfinden kann, so tauchen auch die Zecken häufiger auf, als dies in Deutschland der Fall ist. Fanggebiet Dafür ist in den heißen Monaten Juli und August wenig Zeckenaufkommen zu beobachten. Zu beobachten ist, dass die Zecken sich bei großer Hitze ebenfalls in den unteren Teil der Vegetation zurückziehen oder ins sogenannte Picon, Vulkansteinchen, die Feuchtigkeit speichern. Fanggebiet

Nachdem die Tierschutzvereine und Tierheime auf Lanzarote (SARA) und Fuerteventura (OKAPI) mir beim Zeckensammeln geholfen haben, konnte ich jetzt noch viele Tierärzte auf den Inseln für das Projekt interessieren. Zu diesen kommen tierische Patienten von der ganzen Insel und da die Hunde meist in einem geringen Radius um den Wohnort leben, können die Zecken besser geographisch zugeordnet werden, als jene der Tierheimhunde. Bisher wurde ausschließlich Rhipicephalus spp. identifiziert. Sammeln mit dem Zeckennetz Diese sind dafür bekannt, dass sie innerhalb von Gebäuden ihren kompletten Lebenszyklus durchlaufen können, während die in Deutschland vorkommenden Zecken Ixodes ricinus und Dermacentor reticulatus dies nicht können. Dies führt zum Massenbefall der Tierheime. Zeckenfreiheit kann kaum erreicht werden. Auf einem Hof, den mir der Tierschutz zu besuchen ermöglichte, krabbelten die Zecken auf dem Boden herum, so stark war der Befall. Die Tierärzte und Tierheime sammeln weiter für mich und ich fliege Ende November wieder zurück nach Lanzarote um die letzten Zecken abzuholen, bevor ich mich im Dezember an den schriftlichen Teil der Diplomarbeit mache. Aufstellen von Fallen

 

Bericht: Dipl.-Biol. Lina Kurzrock, Photos by C. Klingel

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