Übertragung von Fleckfieber durch Hyalommazecken in Deutschland erstmalig nachgewiesen

Tropische Riesenzecken der Gattung Hyalomma sind etwa dreimal so groß wie unsere einheimischen Verwandten Holzbock und Auwaldzecke. Auffällig sind neben der Größe auch die gestreiften Extremitäten. Adulte Hyalommazecken sind vor allem an Großtieren wie Pferden, Rindern und Ziegen zu finden.

Die Arten Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes wurden in den letzten Jahren auch regelmäßig in Deutschland nachgewiesen. Allein im Jahr 2018 konnten 18 Zecken der Gattung Hyalomma identifiziert werden, von denen 9 Tiere Träger des humanpathogenen Erregers Rickettsia aeschlimannii waren. Parasitologen warnen schon länger vor den Erkrankungen, die diese Zecken übertragen können. Unbekannt blieb bislang jedoch, ob eine Übertragung des gefürchteten Zecken-Fleckfiebers durch Hyalomma auch bei uns in Deutschland möglich ist.

Nun ist ein erster Fall bekannt geworden, bei dem sich Ende Juli ein Mann aus dem Raum Siegen (Nordrhein-Westfalen) nach dem Stich einer Hyalommazecke mit Fleckfieber infiziert hat und schwer erkrankt ist, so die Mitteilung der Universität Hohenheim. Der Pferdebesitzer hatte die Zecke wenige Tage vor Ausbruch der Fleckfiebererkrankung zur Analyse eingeschickt, woraufhin das Bakterium Rickettsia aeschlimannii nachgewiesen werden konnte. Bei dem Erreger handelt es sich um ein zur Gattung Rickettsia gehörendes humanpathogenes Bakterium, welches als Krankheitsauslöser der Zecken-Fleckfiebererkrankung in tropischen Ländern bekannt ist. Als Krankheitszeichen werden unter anderem typische Hautausschläge genannt, die vor allem an den Extremitäten auftreten und die der Erkrankung ihren typischen Namen geben. Zusätzlich kommt es nach einer Inkubationszeit von etwa 7 Tagen bei den betroffenen Patienten zu einem schweren Krankheitsgefühl mit deutlicher Abgeschlagenheit, hohem Fieber und heftigen Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen.

Wegen der bereits begonnenen antibiotischen Behandlung war ein Direktnachweis des Erregers im Patienten nicht mehr möglich. Aufgrund der typischen Symptome des Patienten, dem vorausgegangenen Hyalommastich und dem Nachweis des Fleckfieber-Erregers Rickettsia aeschlimannii in der eingesendeten Zecke gehen die Forscher allerdings davon aus, dass es sich in diesem Fall um die bekannte Zecken-Fleckfiebererkrankung handelt.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Hohenheim

Weitere Infos:

Weltweit erster nachgewiesener Fall einer Zecken-Fleckfiebererkrankung hervorgerufen durch Rickettsia aeschlimannii in Afrika 2002:

Emerg Infect Dis. 2002 Jul;8(7):748–749.)


Hyalomma 2018 in Deutschland:

Parasit Vectors. 2019 Mar 26;12:134-141.)